Stiftungspreis

Für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Ursachenforschung, der Früherkennung und Therapie von Hörschäden sowie der Anpassung und Versorgung mit Hörgeräten, insbesondere bei Kindern, vergibt die KIND Hörstiftung alle zwei Jahre den mit 15.000 € dotierten Stiftungspreis.

Der Stiftungspreis kann einer Einzelpersönlichkeit, einer Forschergruppe oder ausnahmsweise auch zu gleichen Teilen an zwei Preisträger verliehen werden. Ausgezeichnet wird eine deutschsprachige aktuelle wissenschaftliche Einzelleistung zum angesprochenen Themenbereich.

Die aktuelle Ausschreibung finden Sie hier.

Die Gewinner des Stiftungspreises

Stiftungspreis 2021

Der Stiftungspreis 2021 wurde zu zwei gleichen Teilen an Frau Dr. Pascale Sandmann (Köln) und Herrn Dr. Thomas Steffens (Regensburg) vergeben.

Mit Frau Sandmann wird eine herausragende junge Wissenschaftlerin ausgezeichnet, die nicht nur richtungweisende Forschungsarbeiten vorzuweisen hat, sondern auch berechtigten Anlass gibt, in der Zukunft noch weitere große Leistungen zu erwarten. Prämiiert wird ihre Habilitationsschrift „Kortikale Plastizität und veränderte multisensorische Interaktionen nach Hörverlust und Cochlea-Implantation“, der die Messungen elektrophysiologischer Reizantworten bei Patienten mit Cochlea-Implantaten zugrunde liegt. Der Nachweis dieser Antworten hat schon jetzt große praktische Bedeutung und er weist für die Zukunft neue Wege zur Objektivierung der Hörleistungen und der Auswirkung therapeutischer Interventionen.

Im Fall von Herrn Steffens würdigt der Preis die Arbeit eines angesehenen und in der Fachwelt anerkannten Audiologen, der sich allgemein und insbesondere in jüngster Zeit große Verdienste um die klinische Audiologie erworben hat. In seiner im Jahr 2019 fertiggestellten Habilitationsschrift „Entwicklung, Evaluation und Anwendung moderner sprachaudiometrischer Verfahren“ arbeitet Herr Steffens eine auf den audiologischen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen der Informationsverarbeitung im auditorischen System beruhende Systematik heraus und er stellt die Entwicklung und Anwendung eines neuen sprachaudiometrischen Analyseverfahrens vor. Viele Resultate seiner Arbeit sind unmittelbar sowohl bei der Diagnostik und Begutachtung von Hörschädigungen als auch bei der sozialrechtlichen Beurteilung von Folgeversorgungen mit Hörhilfen anwendbar.

Stiftungspreis 2019
Der Stiftungspreis 2019 wurde an Frau Dr. Angelika Illg (Hannover) vergeben. Ausgezeichnet wurde sie für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu Strategien zur Optimierung der Hörrehabilitation und Steigerung der Bildungschancen bei Patienten mit Cochlea-Implantat. In ihren Arbeiten hat Frau Dr. Illg den Einfluss einer Reihe von Faktoren auf die Ergebnisse einer CI-Versorgung untersucht, vor allem aber auf die Bildungschancen und –wege von CI-versorgten Kindern. Tatsächlich absolviert ein erfreulich hoher Anteil der CI-versorgten Kinder das Abitur. Dieser Anteil ist deutlich höher als bei den nicht mit einem CI versorgten Gehörlosen, gleichwohl ist er nur etwa halb so hoch wie in der allgemeinen Bevölkerung. Aus besseren Bildungswegen ergeben sich neben den individuellen Vorteilen nicht zuletzt auch volkswirtschaftliche Vorteile. Wichtig aus ihrer Sicht ist vor allem die optimale Nutzung des Zeitraums der kortikalen Reifung sowie eine maximale Förderung sowohl der Lautsprachkompetenz als auch der Lese- und Schreibfähigkeit der CI-versorgten Kinder.

Stiftungspreis 2016
Der Stiftungspreis 2016 wurde an Dr. Tobias Rader (Mainz) vergeben. Ausgezeichnet wird er für seine wissenschaftlichen Arbeiten zur kombinierten Elektrisch-Akustischen Stimulation (EAS) bei der Versorgung von Hörschäden mit Cochlea Implantaten. In seiner Dissertation sowie in Publikationen in renommierten Fachzeitschriften hat er verschiedene Aspekte dieser Versorgungsform in Theorie und Praxis untersucht und konnte so die Vorteile der kombinierten Elektrisch-Akustischen Stimulation bei der Versorgung von Hörschäden mit Cochlea Implantaten eindrucksvoll nachweisen.

Stiftungspreis 2014
Dr. Athanasia Warnecke (Medizinische Hochschule Hannover) hat eine Möglichkeit entwickelt, um totgeglaubte Nervenzellen im Innenohr zu beleben und zu schützen. Fast 90 Prozent der Schwerhörigen leiden unter einer Innenohrstörung. Die prämierte Arbeit könnte in neuartige molekulare Therapien für Patienten mit Tinnitus, Hörsturz oder genetischer Vorbelastung münden.

Die Tübinger Wissenschaftler Prof. Dr. Anthony W. Gummer, Dr.-Ing. Ernst Dalhoff und Dennis Zelle haben die Grundlagen für ein optimiertes Messverfahren entwickelt, mit dem viele bisher unentdeckt gebliebenen Hörminderungen bei Neugeborenen erkannt werden können. Gerade bei einer angeborenen Schwerhörigkeit ist die schnelle Versorgung mit Hörgeräten unverzichtbar, um Nervenbahnen ausreichend auszubilden..

Stiftungspreis 2012
Humangenetiker Dr. Hanno J. Bolz und sein internationales Team haben entdeckt, dass sowohl angeborene Hörminderungen als auch Herzrhythmusstörungen durch den gleichen Gendefekt ausgelöst werden.

Stiftungspreis 2010
Dr. Alexandra Ludwig, Sektion Phoniatrie und Audiologie am Universitätsklinikum Leipzig. Die mit dem Stiftungspreis ausgezeichnete Arbeit von Alexandra Ludwig ist Teil ihrer naturwissenschaftlichen Dissertation (Dr. rer. nat.) an der Universität Leipzig, die ursprünglich unter dem Titel „Psychoakustische und elektrophysiologische Untersuchungen zu zentral-auditiven Verarbeitungsstörungen während der Kindesentwicklung“ erschienen ist.

Stiftungspreis 2006
„Neuentwicklungen von Sprachverständlichkeitstests“
Dr. rer. nat Kirsten Carola Wagener, Dipl.-Phys. Bis August 2005 wiss. Mitarbeiterin in der Medizinischen Physik an der Universität Oldenburg im Bereich Audiologie. Seit August 2005 Bereichsleiterin für Audiologie und Projekte am Hörzentrum Oldenburg.

Stiftungspreis 2002
„Neugeborenenhörscreening“
Dr. Katrin Neumann, Oberärztin in der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie der Johann-Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
„Genforschung im Innenohr“
Privat-Dozent Dr. med. Timo Stöver, Oberarzt an der HNO-Klinik der MHH

Stiftungspreis 2000
Über den Einfluss von Hörstörungen auf die Reifung der Hörbahn
PD Dr. rer. nat. M. Walger, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Köln

Stiftungspreis 1998
Experimenteller Nachweis audiophonatorischer Rückkopplung bei Säuglingen und deren Bedeutung zur Früherkennung und Hörgeräteanpassung bei angeborenen hochgradigen Schwerhörigen
Privat-Dozent Dr. R. Schönweiler, Leitender Oberarzt der Medizinischen Hochschule Hannover

Stiftungspreis 1996
Einfluss einer Schalldeprivation auf die akustisch evozierte Potentiale und die Expression des c-Fos Transkriptionsverfahren nach Beschallung während der Hörbahnreifung der Ratte
Professorin Dr. med. Annerose Keilmann, Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik im Klinikum der Stadt Mannheim, Fakultät für Klinische Medizin der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Stiftungspreis 1994
„… ich höre – nicht alles!“ Hörgeschädigte Mädchen und Jungen in Regelschulen“
Dr. René J. Müller, Direktor der Gehörlosen und Sprachheilschulen Riehen und Arlesheim bei Basel

Stiftungspreis 1990
Neue Gesichtspunkte zur Untersuchung und Früherfassung hörgestörter Kinder unter besonderer Berücksichtigung eines pränatalen Hörtests
Privat-Dozentin Dr. med. Heidrun Müller, Oberärztin der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde der Universität Leipzig

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